

47 Bälle, Trinken vergessen, Kamera dabei


Alles auf einmal
Ich bin Cis-Frau und Mutter. Care- und Erwerbsarbeitende. Sachenfinderin, Problemlösemaschine, Dompteurin zwischen Autonomiephase und Wackelzahnpubertät. Jongliere Krokodilstränen, Wäscheberge und Steuerkram. Vergesse die Trinkflasche. Und denke an das Lieblingsirgendwas.
Ich bin auch: Demokratin und Menschenfreundin und überzeugt davon, dass alle Familien sichtbar sein sollten. Nicht nur die, die ins Abziehbild von Familie passen.
Und ich fotografiere, irgendwie schon immer.
Dann kam das Kind.
Mit ihm wurde mein Leben eng und weit zugleich. Und zwischen Tragen und zu klein gewordenen Bodys hat sich mein Fokus verschoben. Ich lernte, das Licht in unserer dunklen Wohnung zu lesen, die Bewegungen meines daueraktiven Babys einzufangen, meiner Kamera zu trauen.
Und irgendwann auch mir selbst: Als Sorgetragende, die gleichzeitig zu viel will und zu wenig schläft. Der beim Versuch, Elternteil, Frau, Partnerin und Was-nicht-noch-alles zu sein, die Luft knapp wird. Weil ich dabei noch cool bleiben, gut aussehen und nicht zu viel aufs Handy gucken soll. Möge die Macht mit mir sein.
Ich meistere ihn bis heute nicht, den Erwartungseiertanz. Und trete trotzdem jeden Morgen wieder an. Über all das zu sprechen, offen und ohne Urteil, war für mich lange nur ein Instinkt, um irgendwie klarzukommen. Jetzt ist es meine Arbeitsgrundlage: Weil echte Fotos nur entstehen, wenn die Person hinter der Kamera versteht, was davor abgeht.

Einander ist alles, was wir haben.
Das ist keine Phrase, sondern der Grund, warum ich euch fotografiere. Am liebsten die, die auf den meisten Familienfotos nicht vorkommen. Weil sie immer hinter der Kamera sind. Oder nicht ins Bild zu passen scheinen, das uns allen so vertraut ist.
Wer sich in der Familienfotografie bisher nicht wiedergefunden hat, ist bei mir richtig. Damit ihr das, was zwischen euch passiert, festhalten könnt: Die Krokodilstränen, die Wäscheberge, das Lieblingsirgendwas.
Und dass ihr euch habt.
Übrigens
Weil einander alles ist, was wir haben. Und weil die Kleinen noch nicht für sich selbst sprechen können: Ich nehme den Schutz eurer Daten und Bilder ernst. Besonders, wenn Kinder im Spiel sind. Was ich tue und was lieber nicht, habe ich aufgeschrieben.


Klingt nach euch? Dann los.
*Bis auf Weiteres kostenlos
Oder lieber erstmal 10 Minuten Bildschirm an Bildschirm? Spätestens dann wissen wir, ob der Funke überspringt.
*Kostenlos
Zu meinem Kind sage ich oft: Wir sind Menschen. Menschen machen Fehler.
Das gilt auch für mich als Fotografin. Wenn meine blinden Flecken euch
wehtun, sagt es mir. Ich höre zu.
